Zu wenig Licht ermüdet die Augen und die Konzentration. Zu viel Licht oder Blendung tut es genauso. Ein paar einfache Regeln helfen.
Wie hell?
Für Büroarbeit gelten in Deutschland 500 Lux auf der Arbeitsfläche als Richtwert (Arbeitsstättenregel ASR A3.4). Im Home-Office bist du nicht daran gebunden, aber es ist ein guter Anhaltspunkt. Viele Wohnräume liegen deutlich darunter. Eine kostenlose Lux-Messer-App auf dem Smartphone gibt dir eine grobe Orientierung; genaue Werte liefert nur ein Messgerät.
Tageslicht zuerst
Tageslicht ist die beste Lichtquelle. Der Schreibtisch steht idealerweise seitlich zum Fenster: Vor dem Fenster blendet es, mit dem Rücken zum Fenster spiegelt es sich im Bildschirm. Ein Vorhang oder eine Jalousie dämpft direkte Sonne.
Die Schreibtischlampe
Eine gute Schreibtischlampe ergänzt das Raumlicht und beleuchtet die Arbeitsfläche, nicht den Bildschirm. Sie sollte:
- Gegenüber der Schreibhand stehen, damit dein Schatten nicht aufs Papier fällt (Rechtshänder: links, Linkshänder: rechts).
- Dimmbar sein, damit du sie an das Tageslicht anpassen kannst.
- Flimmerfrei arbeiten – bei günstigen LED-Lampen ist das nicht selbstverständlich.
Blendung und Kontrast
Der Bildschirm sollte nicht deutlich heller oder dunkler sein als seine Umgebung. Ein dunkler Raum mit hellem Monitor ermüdet die Augen. Eine indirekte Hintergrundbeleuchtung hinter dem Monitor kann helfen, den Kontrast zu mildern.
Farbtemperatur
Für konzentriertes Arbeiten wird oft neutralweißes bis tageslichtweißes Licht (etwa 4000 bis 5000 Kelvin) genutzt, abends wärmeres. Die Vorlieben sind individuell, also probiere es aus.
Und der Monitor?
Wie du den Bildschirm im Raum platzierst, erklärt unser Artikel Monitor richtig positionieren.
Häufige Beleuchtungsfehler im Home-Office
Nur die Deckenleuchte. Sie leuchtet den Raum aus, aber oft nicht die Arbeitsfläche. Dazu kommt, dass du deinen eigenen Schatten auf dem Tisch hast. Ergänze mit einer Schreibtischlampe.
Die Lampe steht hinter dem Monitor. Sie blendet und spiegelt sich. Sie gehört seitlich, mit Blick auf die Arbeitsfläche.
Zu kaltes Licht am Abend. Sehr kühles, blaues Licht am späten Abend wird von vielen als aktivierend empfunden. Wer abends arbeitet, nutzt besser wärmeres Licht.
Kein Licht auf den Wänden. Ein einzelner heller Fleck in einem dunklen Raum ermüdet die Augen. Eine schwache Grundbeleuchtung im Raum mildert den Kontrast.
So prüfst du deinen Arbeitsplatz
- Miss mit einer Lux-Messer-App die Helligkeit auf der Tischfläche (Smartphone flach auf den Tisch legen, Sensor nach oben).
- Vergleiche den Wert mit den 500 Lux als Anhaltspunkt.
- Prüfe, ob sich der Bildschirm spiegelt (Bildschirm ausschalten und auf Reflexionen achten).
- Prüfe, ob dein Schatten auf die Arbeitsfläche fällt.
Kleine Änderungen – Lampe umstellen, Vorhang zuziehen, Schreibtisch drehen – bringen oft mehr als eine neue Lampe.